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Energiestoffwechsel - wie funktioniert das mit den KH und Fetten überhaupt

 

Jeder Körper ist unterschiedlich. Deswegen müssen auch die Belastungsumfänge sowie die Trainingsintensität auf die jeweilige Physiologie abgestimmt werden. 

Grundsätzlich kann der Körper Energie aus Fetten, Proteinen oder Kohlenhydraten gewinnen – je nach Belastung greift der Körper zur Energiebereitstellung auf unterschiedliche Energiequellen zurück.

Mehr dazu unter "Du bist was du isst - Teil 1 und Teil 2"

 

Ziel eines guten Trainings ist es, den Körper so zu konditionieren, dass die Energiegewinnung möglichst effizient ist.

  

Um diese Prozesse etwas besser zu verstehen, erfolgt mal ein kurzer biologischer Exkurs:

 

Damit ein Muskel kontrahiert (sich zusammenzieht) und somit eine Muskelbewegung erfolgen kann, wird Energie benötigt.

Je intensiver die Muskulatur beansprucht wird, desto mehr Energie wird benötigt, um die Bewegung aufrecht zu erhalten.

 

Das Ziel jedes Energiestoffwechsel ist also, die von der Muskulatur benötigte Energie zu erzeugen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem aeroben und dem anaeroben Energiestoffwechsel.

 

aerob: es steht ausreichend Sauerstoff (O2) in der Zelle zur Verfügung

anaerob: es steht nicht ausreichend Sauerstoff in der Zelle zur Verfügung

 

Unabhängig davon, ob mit oder ohne O2: der Körper kann die Energie nicht direkt aus der Nahrung beziehen und muss die aufgenommenen Kohlenhydrate und Fette erst in einem aufwändigen Prozess dem Citratzyklus in Adenosintriphosphat (ATP) umbauen. Dazu habe ich auch schon mal was geschrieben - siehe "Du bist, was du isst - Teil 3"

 

Denn ATP ist die einzige Energiequelle, die unmittelbar zur Muskelkontraktion eingesetzt werden kann.

 

Merke: 

 

Je höher die Intensität, desto mehr Energie wird benötigt!

Und: Ohne ATP keine Bewegung!

 

Der Vorteil von ATP: Es liefert in ganz kurzer Zeit sehr viel Energie. 

Der Nachteil: Die Speicher in der Muskelzelle sind sehr klein und reichen maximal für 1-2 Muskelkontraktionen. Danach muss das energieliefernde Molekül reproduziert werden. 

 

Wie das Adenosintriphosphat produziert werden kann, möchte ich im Folgenden kurz erläutern.

 

1. anaerober alaktazider Stoffwechsel 

ohne dass in der Muskelzelle Laktat produziert wird

 

Ohne Laktat klingt ja für den Ausdauersportler erstmal richtig super.

ABER…

 

Zusätzlich zum Adenosintriphosphat wird in der Muskelzelle noch ein weiteres Phosphat gespeichert. Das Kreatinphosphat (KrP). 

Aus Kreatinphosphat wird sehr schnell vergleichsweise viel ATP produziert, was dazu führt, dass für kurze Zeit eine sehr hohe Menge an Energie produziert werden und somit auch sehr viel Energie z.B. aufs Pedal gebracht werden kann. Allerdings reicht die Speicherkapazität max. für 3-5 sec. Der anaerob alaktazide Stoffwechselprozess stellt somit vor allem für Sprint- und Maximalbelastungen eine zentrale Rolle dar. Geht die Belastung allerdings über die gespeicherten Kapazitäten hinaus, greift der 

 

2. anaerob laktazide Stoffwechsel, 

in dem Laktat produziert wird. 

 

Jeder Sportler kennt es: Das Tempo steigt, die Beine brennen und irgendwann muss man das Tempo reduzieren, weil die Beine „aufgehen“, die Muskulatur scheinbar versagt. Schuld daran ist, grob gesagt, das Laktat, das dazu führt, dass die Belastung nicht aufrecht erhalten werden kann. Aber wieso?

 

Der anaerob laktazide Energiestoffwechsel spielt immer dann eine Rolle, wenn in kurzer Zeit viel Energie erzeugt werden muss. Er beschreibt die Produktion von Adenosintriphosphat aus dem Abbau von Kohlenhydraten.

 

Vereinfacht gesagt: Kohlenhydrate werden im Darm zu Glukose zersetzt, Glukose wird in Form von Glykogen im Muskel gespeichert und aus dem Glykogen wird in der Muskelzelle ATP erzeugt. Da diesem chemischen Prozess der nötige Sauerstoff fehlt, wird das Glykogen nicht vollständig zu ATP verarbeitet. Es wird zusätzlich Laktat (Salz der Milchsäure) gebildet. 

 

Durch das Laktat sinkt der PH-Wert, es kommt zur Übersäuerung des Muskels und die Tatsache, dass die Glykogenspeicher begrenzt sind, führt dazu, dass die Dauer für maximale Dauerbelastungen bei ca. 45-90min liegt. 

 

Anders verhält es sich bei dem sogenannten 

 

3. aerober Stoffwechsel (ohne Laktat)

 

Der aerobe Energiestoffwechsel beschreibt die ATP-Produktion aus Fetten und Kohlenhydraten.

 

Der Umwandlungsprozess von Fett zu ATP ist vergleichsweise aufwendig und liefert nicht so große Energiemengen pro Zeiteinheit wie beispielsweise der anaerobe Energiestoffwechsel. Die Tatsache, dass jedoch die Fettspeicher nahezu unbegrenzt vorhanden sind, spricht dafür, dass der aerobe Energiestoffwechsel vor allem für sehr lang andauernde, niedrigintensive Belastungen geeignet ist.

 

Wie man gezielt an seinem Fettstoffwechsel arbeitet, wieso Nüchternfahrten nüchtern betrachtet auch nicht immer das Gelbe vom Ei sind und wieso man durch Grundlageneinheiten nicht einfach schlank wird, dazu in den nächsten Wochen mehr. 

 

Ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen und habt ein bisschen was dazugelernt. Feedback, Kommentare, Fragen oder Anregungen für weitere Themen, über die ihr gerne was lesen wollt, sind wie immer sehr willkommen.

 

Lasst es euch schmecken!

 

Euer Sebastian

 

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